Autor: admin

  • Ruth ruht.

    Ruth ruht.

    Ruth Emma Luise Ellinghaus (geb. Arning),
    geboren am 23. Juli 1935 im Brüderhaus in Neinstedt, Sachsen-Anhalt,
    gestorben am 4. Mai 2026 in Hamburg.
    Dazwischen einmal um die halbe Welt.

    „Und meine Seele spannte
    Weit ihre Flügel aus
    Flug durch die stillen Lande
    Als flöge sie nach Haus“.

    Danke Ruth,
    für all die Energie und Kraft und Freude, die Du in das Leben von so vielen gebracht hast: mit Tanz, Musik, Bibliodrama und Einführungen in Opernwelten. Für Deine Liebe zu Musik und Oper, für Deine furchtlose Lust, Neues zu erobern. Am liebsten warst Du unter Frauen und hast gesammelt und begleitet und geteilt was sie erfahren haben. Hast immer wieder neu erfunden, wie Du ihre Herzen und Gedanken und Körper öffnen kannst fürs Miteinander, fürs Teilen von Erfahrungen, Geschichten und Gefühlen: im Erzählen, Musik machen, Tanzen und Zuschauen.

    Du hast die Welt bereist als Teil der Weltgebetstagsdelegation auf Nationaler Ebene, hast Tänze entwickelt, die dann in ganz Deutschland getanzt wurden. Du hast im Haus der Frau rückkehrenden deutschen Aussiedlern geholfen, in einem so anderen Deutschland Fuß zu fassen. Hast Tausende von Menschen zum Tanzen gebracht auf dem Weltgebetstag. Du hast geholfen, die Frauen in der Bibel wiederzuentdecken und hast sie dann mit biblischem Tanz gemeinsam erfühlt.

    Du hast früh Erwachsenwerden müssen und bist immer wieder auf verschlossene Türen gestoßen. Aber immer hast du eine unerwartete, neue Tür gefunden und sie weit, weit aufgemacht.

    Am 24.7.26 werden wir Abschied nehmen von dem Leib, der nicht mehr tanzen konnte.

    Sie wünschte sich für die letzte Ruhe den Ohlsdorfer Friedhof, Kapelle 2, und das gleiche Gräberfeld wie Karl-Friedrich, ihr Mann und Begleiter.

    In Liebe und Dankbarkeit, Deine Kinder Almut, Wolfram, Burkart

  • 1960, 25 Jahre, C-Prüfung bestanden, Organistin in Hüllhorst

    25, die Welt steht offen, Rock und Bluse selbstgenäht, die Tür geht rauf zur Orgel, C-Prüfung bestanden.

  • Kleine Sammlungen

    Eine kleine Sammlung von Bucheckern, in der leeren Hülle von Taschentüchern, also unterwegs gefunden und behalten.
    In der Biografie ihrer Mutter steht über die Zeit nach 1945,
    Ruth war also grade 10 :

    [ … ]
    Was haben wir da alles gemacht.Haben Beeren
gesammelt,
    Himmbeeren,Brombeeren und Heidelbeeren.Haben Ähren gesam-

    melt.Ich sehe immer noch Hartmut auf den Steintreppen sitzen; rund

    mit dem Hammer die Körner ausklopfen.Mit der Kaffeemühle wurden

    sie dann gemahlen und Mutti backte Brot und Fladen daraus.Mit Be-

    geisterung wurde es gegessen mit falschem Gänseschmalz.Das bestand

    aus Griesbrei mit Wasser und Salz gekocht,etwas Margarine ausgelas-

    sen,darin Zwiebel gebräunt und unter dem Griesbrei gerührt.Das Jahr

    gab es soviel Bucheckern,da haben wir tüchtig gesammelt.Ein Mann im

    Dorf hatte eine Mühle.Er mahlte sie für uns.So hatten wir 5 Liter

    Oel,das war eine Bereichung.
    Im Wald haben wir Holz gesammelt,damit wir was zum heizen hatten.

    Einmal konnte ich einen Baum kaufen.Den habe ich mit Hartmut mit

    dem Bollerwagen geholt und dann zersägt.

    -81-

    Im Frühjahr haben wir Melde Brennesse1 und Lövenzahn gepflückt und

    daraus Spinat und Salate gemacht.Meine 3 fanden unser Sammeln gar-

    nicht als Belastung.Sie entdeckten dabei soviel Neues an Blumen und

    Tieren.Einmal fanden sie ein kleines Häschen allein im Nest.Das ha-

    benwir mitgenommen.Onkel Fritz gab uns einen Stall,da habt ihr es

    gepflegt und groß gezogen,
    In den großen Ferien haben wir alle bei dem Bauer Oberwörder Kar-

    toffeln aufgesucht und was liegen blieb konnten wir uns hinterher

    aufsucben.Da hatten wir einen ganzen Bollerwagen voll Kartoffeln.

    Ihr fandet es gut,denn es gab immer so leckere Brote und Milch.
    [ … ]

    Von diesen kleinen Sammlungen gibt es viel in der Wohnung, manchmal einfach in einer Ecke, manchmal in einer Dekoration.

  • Letzter Eintrag im Kalender 2026

    Und sie wußte, was für ein Baum das ist, wo er steht, und ob er gesund ist.

  • Das Meer

    [ . . . Hita 1933 ]
    Am Freitag, den 15. September haben wir

    eine Fahrt nach Helgoland gemacht. Die Hinfahrt war recht stürmisch

    aber die Heimfahrt ruhig. Das war das erste Mal, daß ich das Meer

    sah. Wir haben uns Helgoland angesehen, das Hans von Fallersleben, in

    dem er das Deutschlandlied gedichtet hatte, den Leuchtturm, die ro-

    ten Felsen und das Farbenspiel des Meeres. Am 16. September, dem

    letzten Tag besichtigten wir den riesigen Ozeandampfer “ Kapela-

    lonia“, wo die braune Messe zu sehen war, außerdem den Elbtunnel.
    Mittags waren wir bei Bruder Rusts Eltern eingeladen zum Scholle

    Essen, frisch vom Hafen.

    -31-

    Nachmittags Jungfernstieg und Alsterrundfahrt und abends noch

    mal mit unseren netten Wirtsleuten zusammen. Sonntag den 17. sind

    wir nach Hüllhorst gefahren. Sind allerdings unterwegs noch einmal

    ausgestiegen, um ein paar Stunden durch die Lüneburger Heide zu

    laufen. 
    [ . . . Mein Leben – Hildegard Arning, geb. Richter – S. 30 ff ]

  • Die Frühstücksbrettchen der Kinder

    Wolfram die Ente, Almut der Igel, Burkart der Fisch

  • Karl-Friedrichs kleiner Bruder

    Ruth und Wolfram haben eine Gedenktafel entdeckt in Travemünde.

    Aus dem Buch –Mein Leben– von Ruths Mutter Hildegard Arning :

    [ … ]
    Der eine Bruder von Karl-Friedrich,Reimund,der mit in Hildegards

    Klasse war,auch den Abschluß mit ihr gemacht hatte,ging zur See.Er

    wollte Seeoffiezier werden.Er war so froh,daß er mit dem Schulsegel-

    schiff „die Pamir „mitfahren durfte.Seine erste große Fahrt. Von

    dem Land,wo sie Ladung mitnehmen mußten schrieb er eine Karte.Auf

    dem Rückweg kamen sie in einen furchtbaren Orkan.Die ganze Ladung

    verruschte upd das Schiff sank.Von den 85 Mann wurden nur 5 geret-

    tet.Es war am 17.Sept.1958 auf Reimunds 18. Geburtstag.Den Sonntag-

    vergesse ich nicht.Als ich morgens ,es war Sonntag,das Radio anmach-

    te und die Nachricht durch kam.
    [ … ]